Von Hunden lernen

Heut ist mal wieder so ein Tag. Gemeinsam mit meinen beiden Wuschels laufe ich den Berg hinunter in Richtung unseres Dorfes. Es liegt noch im Morgentau und schaut aus, als ob es gerade erst erwacht. Die Stimmung ist friedlich … und doch gibt es so viel, das mich im Moment bewegt. Ich denke nach über das Leben, den Tod und die Gelassenheit … mein Blick fällt dabei auf Paule und Herta, wie unbeschwert sie die Welt doch genießen. Im Hier und Jetzt.

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Gibt es ein Problem, wird es nicht lange ausdiskutiert. Eine kurze, klare Ansage und alles in der Hundewelt ist wieder in Ordnung. Ein Vogel schwebt im Tiefflug an uns vorbei, Herta schaut interessiert, Paule gelassen. Ein kurzer Blick von Paule in Richtung Herta – hätt ich nicht genau hingeschaut, ich hätt’s nicht bemerkt – und Attacke, die beiden rasen los. Herta jagt Paule, Paule jagt Herta. Ein kleiner, akrobatischer „Kampf“ und die Herta mag nicht mehr. Deshalb ein kurzes Signal von Herta an Paule und gut. Beide gehen wieder ihres Weges.

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Wie unbeschwert sie doch durchs Leben gehen und dabei ist das ihre doch so kurz. Zumindest aus meinem Blickwinkel betrachtet. Für die beiden ist es alles, was sie haben. Und sie nehmen es in vollen Zügen. Genau das ist es, was ich mir von meinen Hunden abgeschaut habe. Zu nehmen und zwar in vollen Zügen. Damit meine ich aber nicht die Großen Dinge, denn das wär für mich ein ewiges Streben nach mehr. Das macht auf die Dauer bestimmt nicht glücklich. Nein, die kleinen Dinge muss Mensch erst einmal wieder lernen zu nehmen. Zu nehmen in vollen Zügen und zu genießen. Ich meine: die Natur, wenn der Frühling erwacht oder auch die Stille einer verschneiten Winterlandschaft, das Vogelgezwitscher, die Aussicht von einem Berg hinab ins Tal … es gibt so viel „Simple Things“ mehr, die das Leben bereichern können – man muss nur genau hinschauen.

Also warum machen wir es nicht wie unsere Vierbeiner. Ein kurzer Blickkontakt und dann einfach losrennen, Spaß haben, genießen … LEBEN.

In diesem Sinne grüßen euch herzlich
die Quasselstrippe, Paule und Herta.

2 Kommentare zu „Von Hunden lernen

  1. Ich kann nur zustimmen, was die Hunde und das Leben angeht und die Möglichkeit für uns, von den Hunden zu lernen. Unser Menschsein eröffnet uns sehr viele Möglichkeiten, belastet aber häufig auch und so verlieren wir oft den Blick auf das Wesentliche, das Leben selbst. Wer sich an den Hunden ein Beispiel nimmt, lebt gewiss bewusster und auch gesünder und hat mehr vom Leben.
    Nach meiner Erfahrung muss man den Verstand auch mal zurückdrängen können und aus dem Bauch heraus leben. Das ist es auch, was uns geistig Behinderte lehren können. Sie sind weniger belastet durch den Verstand, ähnlich wie die Hunde. Asketen und andere sehr religiöse Menschen streben oft danach, ein bewussteres Leben zu finden. Aber man braucht eben keine Religion dafür. Es reicht, sich ein Beispiel an den Hunden (und anderen nichtmenschlichen Tieren) zu nehmen. Das Beispiel der Hunde ist für mich so bemerkenswert, da sie uns in vielem so ähnlich sind. Dass das Leben dieser kleinen Lehrmeister auf vier Pfoten so endlich ist, ist schmerzlich, hat aber vermutlich irgendwo auch seinen Sinn.

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