Immer wieder diese läufigen Hündinnen

Hallo ihr Lieben,

heute möchte ich mich mal den läufigen Hündinnen widmen. Allerdings betrachte ich das Thema aus einer etwas anderen Perspektive. Aber lest einfach selbst:

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Mit Herta ist zum ersten Mal in meinem „Hunde-Leben“ 🙂 eine Hündin bei uns eingezogen. Zuvor hatten wir ausschließlich Rüden im Haus. Alles war also neu für mich. Deshalb kaufte ich mir natürlich erst mal ein Buch: „Die Hündin“ von J.M. Evans und Kay White. Frau will schließlich informiert sein. Nun weiß ich zwar rein theoretisch vieles zu Anatomie, Psyche, Verhalten etc. einer Hündin. Doch welche Themen im täglichen, zwischenmenschlichen Leben damit auf mich zukamen, erklärte mir auch dieses Buch nicht.

Herta

Lady – du musst leider draußen bleiben!

Stichwort „zwischenmenschlich“: Da stolpere ich doch immer wieder über Aussagen wie „läufige Hündinnen bitte nicht mitbringen“ oder ähnliches. Klar ist mir das Thema auch schon früher begegnet und ich gebe zu, da hab ich es etwas anders betrachtet. Früher als „nur“ Rüden bei uns lebten, hat auch mich jede läufige Hündin zunächst mal aus dem Tritt gebracht. Dann aber habe ich überlegt … So ist nun mal das Leben, also muss ich meinem Rüden doch irgendwie klar machen können, dass so ein läufiges Teilchen ihn und mich nicht an den Rand des Nervenzusammenbruchs bringen sollte und darf. Also haben wir daran gearbeitet. Und siehe da – es funktioniert. Man kann das in Griff bekommen. Sowohl unser nicht kastrierter Golden Retriever als auch Paule – der allerdings kastriert – konnten irgendwann halbwegs normal an so einer gut riechenden Lady vorbeigehen. O.k. Paule ist kastriert, so what, das denken jetzt wohl die Meisten. Aber hey, auch ein kastrierter Rüde kann noch großes Interesse an einer läufigen Hündin zeigen. Live erlebt – ehrlich. Aber heute, alles gut. Wir haben hier Ruhe im Haus, selbst wenn das Herta-Luder läufig ist.

Doch darauf möchte ich eigentlich gar nicht hinaus. Mir geht es hier vielmehr um die Frage: Wohin darf ich meine läufige Hündin mitnehmen? Ich bin ja der Meinung – überall hin. Wenn wir zu Freunden gehen und sie dort alles volltropft, nehm ich sie natürlich nicht mit. Klaro. Aber jetzt denken wir mal an Hundeschule oder einfach mal in die Stadt, in einen Biergarten oder auf eine Freiluftveranstaltung, wie einen Markt oder ähnliches. Grundsätzlich und absolut unabhängig von läufig oder nicht, würde ich meine beiden auf keinen Markt oder eine ähnliche Veranstaltung mitnehmen. Aber ganz einfach deshalb, weil wir das nicht oft machen und es für meine beiden dann die ein- zweimal im Jahr nur Stress bedeuten würde.

Sind die Hunde solche Veranstaltungen allerdings gewohnt, warum dann nicht auch die läufige Hündin mitnehmen. Und jetzt sind wir am Punkt. Spätestens hier grätschen manche Rüden-Menschen ein und empören sich. Das geht doch nicht, die armen Rüden … Ich frage mich, wieso geht das nicht? Und es geht noch provokativer: Erzieht eure Rüden doch anständig! Ich kenne wahnsinnig viele Rüden, die trotz läufiger Hündin in der Nähe gelassen bleiben können. So what – it’s only training.

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Ja, ich weiß, es gibt Rüden, die wirklich leiden. Sie jaulen und fressen nicht, wenn in der Nachbarschaft ein Mädel läufig ist. Kenn ich alles und hab ich auch schon mit dem eigenen Hund erlebt. Aber auch das geht vorbei. Und, was viel wichtiger ist. Solche Reaktionen ruft eine kurze Begegnung nicht hervor. Das passierte – zumindest bei unserem unkastrierten Jonny – nur dann, wenn die Hündin in der Nachbarschaft lebte.

Ja, ich weiß es gibt Rüden, die geraten außer Rand und Band, wenn ein läufiges Mädel vorbei stolziert. Die Menschen fliegen ihren wie irre an der Leine ziehenden und reflexartig nach vorne preschenden Rüden meist nur noch an der Leine hängend hinterher. Aber genau daran kann man arbeiten. Nein, vielmehr muss man als verantwortungsvoller Hundeführer daran arbeiten – nicht nur um sich selbst, sondern auch um dem Hund ein möglichst stressfreies Dasein zu ermöglichen!

Leider hab auch ich das mal anders gesehen. In der Hundeschule oder gar zu Rettungshundezeiten war ich regelmäßig am Schwitzen, wenn mal ein läufiges Mädel vorbeikam. Wobei es ja noch bis vor ein paar Jahren in den meisten Hundeschulen Regel war, dass Hündinnen während der Läufigkeit zuhause bleiben mussten. Wie unfair – waren die Mädels also einfach mal für zwei, drei Wochen vom Training ausgeschlossen. Gut, dass die meisten Hundeschulen das heute anders sehen. Läufige Hündinnen sind fast überall herzlich willkommen. Nur so lernt der Rüde doch fürs Leben. Wenn nicht in der Hundeschule wo dann? Ein Glück, dass auch ich zwei dieser tollen Schulen und Trainer gefunden habe, die das so sehen.

Mir ist bewusst, dass dieses Thema, dem ich mich in meinem heutigen Artikel widme, ein brisantes und vor allem kontrovers diskutiertes Thema ist. Musste aber sein. Mich interessiert nun vor allem wie ihr das seht und deshalb rufe ich hiermit zu fröhlicher Diskussion auf. Bitte aber gleichzeitig um sachliche Meinungsäußerung. Jegliche Unsachlichkeit erlaube ich mir zu löschen. Aber nichts desto Trotz – haut rein und tut eure Meinung kund. Gerne auch auf Facebook. Ich freue mich darauf.

In diesem Sinne, grüßt euch herzlich
eure Quasselstrippe mit Paule und Herta.


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3 Kommentare zu „Immer wieder diese läufigen Hündinnen

  1. Läufige Hündin und unkastrierter Rüde in einem Haushalt, das ist schon eine heiße Nummer. Erlebt habe ich das selbst mit einem Dackelrüden und einer Terriermischlingsdame. Wenn mal keiner im Haus war, dann mussten wir die beiden trennen, um ungewollte Ereignisse zu verhindern. Sonst ging es eigentlich. Einmal aber als die beiden alleine waren, versuchte Dackel sich durch die weiche Holz der Türe zu graben. Eine Seite hatte er schon beinahe durch.
    Seit ich Hunde aus dem Tierschutz habe, sind sie nur noch kastriert. Aber auch vorher schon habe ich damit begonnen. Es ist letztlich eine Vergewaltigung der Natur des Hundes und ich denke, vor allem Hündinnen merken das am meisten, auch wenn es ihnen nicht bewusst ist. Auf der einen Seite tut mir das dann irgendwie leid. Andererseits denke ich, erspart man dem Hund auch einiges und sich ebenfalls. Außerdem senkt man das Risiko für Gebärmutterhalskrebs. Ältere nicht kastrierte Hündinnen haben das öfter.

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    1. Ja, Rüde und Hündin – beide unkastriert – in einem Haushalt, das ist wohl immer ein Thema. Und dann die Frage kastrieren oder nicht, das führt noch einmal einen Schritt weiter. Zum Thema Kastration gibt es übrigens tolle Bücher von Udo Ganßloser dazu. Die sollte die Quasselstrippe mal vorstellen, glaube ich :-).

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  2. Gutes Thema . Ich bin auch der Meinung das eine läufige Hündin fast Überfall hindarf wo sie sonst auch hingeht . Ein Witz finde ich , wenn Rüdenbesitzer meinen man dürfte mit einer läufigen Hündin nicht spazieren gehen . Wenn meine Hündin läufig ist , verhalte ich mich grau so wie ich mich sonst auch verhalte , ich versuche zwar Rüden aus dem Weg zu gehen und dort spazieren zu gehen wo nicht ganzbsoviel los ist , aber vermeiden lässt sich ein Zusammentreffen nicht immer . liebe Größe Anja

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