Übernehmt endlich Verantwortung für eure Hunde!

Was für ein wunderbarer Spaziergang heute wieder. Schönes Wetter, die Sonne scheint, die Temperaturen steigen allmählich in den Plus-Bereich und ihr genießt es einfach. Bis auf einmal BÄM ein fremder Hund angeflogen kommt. Schlechtestenfalls habt ihr euren Hund (eure Hunde) an der Leine. Der Ruf des anderen Hundehalters „Der tut nix“ kommt euch allzu bekannt vor und doch beruhigt euch das wenig. Da hilft nur eins: den fremden Hund erst mal blocken und von eurem Hund fernhalten. Ist euer Hund von der freundlichen Sorte, könnt ihr ihn alternativ auch ableinen und ihn mit dem ungebetenen Gast auf eine Runde Kommunikation einladen.

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Herta und Paule genießen den Sonnenschein

Das kommt euch bekannt vor. Klar! Mir schwillt in solchen Situationen jedes Mal der Kamm. Natürlich habe ich fremde Hunde blocken trainiert. Aber eigentlich ärgere ich mich darüber, dass ich das überhaupt tun muss. Würden alle Hundehalter verantwortungsvoll mit ihrem vierbeinigen Freund umgehen, wären die „Hunde blocken“-Kurse diverser Hundeschulen gähnend leer. Die tägliche Hundebegegnung mit fremden Hunden dafür ungemein entspannter. Vorausgesetzt natürlich euer Hund benimmt sich beim Fremde-Nasen-Kontakt an der Leine friedlich. Doch das ist ein anderes Thema. Heute geht es mir um das allzu häufig fehlende Verantwortungsgefühl mancher Hundehalter.

„Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“ (Antoine de Saint-Exupéry)

Absolute Ahnungslosigkeit

Dabei frage ich mich oft, warum diese „Der tut nix“-Hunde eigentlich immer so ungehemmt auf uns zurennen müssen. Die Antwort ist einfach. Es liegt am Hundehalter, an seinem Unvermögen, dem Hund klare Grenzen zu setzen, aber auch an seiner bisweilen absoluten Ahnungslosigkeit oder noch schlimmer an schier unerträglicher Ignoranz.

Ein Beispiel: Bei uns in der Nachbarschaft wohnt ein wunderschöner Husky. Bereits als Junghund hat er leichter Hand auf sich aufmerksam gemacht. Er durfte auf schlichtweg alles und jeden zustürmen. Vom Hundehalter kam dann stets derselbe Ruf aus der Ferne: „Jagen sie ihn weg!“ – WIE BITTE – ICH SOLL DAS MACHEN? Hundehalter mit Hunden, die auch an der Leine sehr kontaktfreudig sind, sind an dieser Stelle im klaren Vorteil. So lernt man hie und da einfach mal einen neuen Huskyfreund kennen. Hundehalter mit Hunden, die weniger an Kontaktaufnahme an der Leine interessiert sind, kommen dagegen in solchen, für sie brenzligen Situationen regelmäßig und ordentlich ins Schwitzen.

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Doch nicht nur Hunde, auch Menschen waren vor diesem Husky-Jungspunt nicht sicher. So jagte er beispielsweise einmal einen friedlichen Handwerker durchs Dorf, der sich nur durch einen beherzten Sprung auf die Kirchenmauer vor dem wild gewordenen Husky in Sicherheit bringen konnte. O.k. – die Geschichte brachte einen zeitlang das ganze Dorf zum Lachen. Aber mal im Ernst, zum Lachen ist das nicht. Was bitte denken sich die Hundehalter dabei? Denken die überhaupt was?

Mittlerweile ist der Husky rund sechs oder sieben Jahre alt und ich kann definitiv sagen: NEIN, die Besitzer dieses Huskys denken nicht. Ob sie nicht denken können oder nicht wollen, entzieht sich dabei meiner Kenntnis. Ist mir auch egal. Als viel gravierender empfinde ich es, dass der Hund noch heute absolut nicht rückrufbar ist. Und mal ehrlich, das geht einfach gar nicht! Doch es kommt noch schlimmer. Beinahe täglich beobachte ich Husky und Herrchen (wir wohnen am Dorfrand mit Blick auf Wiesen und Wälder), wie die zwei – jeder für sich – spazieren gehen. Herrchen läuft auf dem Feldweg, Hund rennt hundert bis zweihundert Meter von ihm entfernt über die Wiesen, springt über Bäche und wenn es sein muss auch mal einem Fuchs oder Reh hinterher – direkt hinein in den Wald. Irgendwo treffen sich Hund und Herrchen dann wieder. Manchmal allerdings geht Herrchen auch allein nachhause und Husky vergnügt sich noch eine zeitlang im Wald.

Hinter hoch und mit dem Hund arbeiten!

Oder, was uns erst neulich passierte. Wir fuhren auf einem Feldweg, der direkten Zufahrt zu unserem Gartengrundstück. Da begegnet uns der Husky, diesmal war er mit seinem Frauchen unterwegs. Husky ca. 50 Meter von Frauchen entfernt. Rückruf oder Absitzen am Wegesrand? Fehlanzeige. Ist nicht möglich, können die zwei ja nicht. Also fahren wir im Schritttempo am Husky vorbei, als er plötzlich und völlig unvermittelt direkt aufs Autos zurennt. Gefolgt von Vollbremsung und ärgerlichem Hupkonzert. Frauchen erklärt uns später nur entschuldigend, dass das ein Husky wäre, der brauche eben seinen Auslauf. HÄ? Wutentbrannt erkläre ich ihr, zukünftig einfach mal den Hintern hoch zu bringen und dafür zu sorgen, dass der Husky seinen Auslauf bekommt, dann muss er nicht alleine in den Wald rennen und Jagen gehen oder ohne Sinn und Verstand in Richtung Auto rennen. Auch in Sachen Rückruf empfehle ich ihr, eine gute Hundeschule zu besuchen, denn zum Lernen sind weder sie noch ihr Hund zu alt. Wohl wissend, dass ich es hier mit Mensch Kategorie BERATUNGSRESISTENT spreche. Aber das musste einfach mal raus.

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Zugegebenermaßen, wir sind alle keine Engel und 100-prozentige Sicherheit, die gibt es nicht. Herta und Paule funktionieren auch nicht immer, ich schon gleich gar nicht – und das verlangt auch niemand, schließlich sollte Hund auch mal Hund sein dürfen. 100-prozentige Verantwortung allerdings, die gibt es schon.

Gut, der Huskybesitzer ist jetzt wirklich ein Extrembeispiel an Verantwortungslosigkeit seitens eines Hundehalters sowie gleichzeitig absoluter Fassungslosigkeit meinerseits. Aber egal in welchem Ausmaß, ob es sich nun „bloß“ um Hund und Herrchen Kategorie „Der tut nix“ oder um solch absolut renitente Hundehalter wie die erwähnten Huskybesitzer handelt. Allen möchte ich sagen: Übernehmt endlich Verantwortung für euren Hund. Trainiert, den Rückruf, übt Impulskontrolle, besucht ein Anti-Jagd-Training und wenn ihr das alles nicht wollt oder könnt, leint eure Hunde wenigstens an. Zu eurer Hunde Sicherheit und zum Schutz aller anderen.

Ich möchte mir gar nicht ausdenken, was passiert wäre, hätten wir den Husky angefahren. Ich hätte mir das nie verzeihen können. Obwohl ich natürlich weiß, dass ich an dieser unsäglichen Situation keinerlei Schuld hatte. Dennoch hätte mein Auto diesen Hund verletzt. Schrecklicher Gedanke.

In diesem Sinne, wünsche ich euch allen gute Nerven bei der nächsten „Der tut nix“-Begegnung!
Liebe Grüße die Quasselstrippe mit Herta und Paule

6 Kommentare zu „Übernehmt endlich Verantwortung für eure Hunde!

  1. Das Thema war jetzt auch bei Tiere suchen ein Zuhause im WDR an der Reihe. Vermutlich ist vielen Hundehaltern nicht klar, welche Probleme ihr freilaufender Hund für andere Hundehalter bedeutet. Selbst wenn der Hund nichts tut und wirklich ganz lieb ist, so ist das dem anderen Hundehalter in der Regel nicht klar. Zum Glück laufen bei mir nicht viele Hunde ohne Leine herum. Aber auch bei denen mit Hund an der Leine wünsche ich mir immer wieder größere Rücksicht mir gegenüber. Ich weiche aus, wo ich kann. Meine Hunde sind nicht einfach. Dann finde ich es schade, wenn die anderen Hundehalter stehen bleiben, womöglich noch den Hund auf meine zu gehen lassen und es mir schwierig machen, vorbeizukommen.

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  2. Super Beitrag, der mir aus der Seele spricht. Ich bin tagtäglich mit mehreren Cattle Dogs unterwegs, die auf neue Hundebekanntschaften absolut keine Lust haben. Erst vor ein paar Tagen schallte mir wieder der Ruf entgegen: die tut nix, die will nur spielen! Oh, Mann bzw. in dem Fall Frau! Ich hätte nie gedacht, dass es Hundehalter gibt, die diesen abgedroschenen Spruch immer noch missbrauchen.

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