Kann bitte mal jemand den Schmerz wegmachen?

Wie eine Bombe ist sie eingeschlagen die Diagnose: Unser Pauli hat Krebs. Und uns allen zieht es den Boden unter den Füßen weg. Wie? Was? Das kann doch nicht sein? Warum? Warum Pauli? Warum jetzt?

Seit acht Wochen sind wir immer wieder beim Tierarzt. Zunächst eine Bronchitis, dann eine Blasenentzündung. Die Tierärztin wird skeptisch und untersucht das Blut. Hohe Leberenzymwerte, Verdacht auf ein Problem mit den Nebennieren. Ein Untersuchungsmarathon beginnt, den Paule tapfer bestreitet. Die Herta immer an seiner Seite und ich natürlich auch. Zig Blutentnahmen, ein Ultraschall folgt dem nächsten. Zunächst Entwarnung. Nichts Auffälliges zu sehen, außer ein Schatten auf der Milz. Deshalb nach vier Wochen noch einmal ein Ultraschall und ein großes Blutbild – zur Sicherheit.

Pauli ❤

Die vier Wochen sind vorbei. Mit gemischten Gefühlen geht’s zu Tierarzt. Wir legen Pauli für den Ultraschall auf den Rücken und da sehen ich sie. Groß und deutlich. Zwei geschwollene Lymphknoten in der Leiste. „Das ist nicht gut“, sagt die Tierärztin und mir wird schlecht. Wir machen uns mit dem Ultraschallkopf auf die Suche. Erkennen einen Tumor oder doch nur eine Zyste? Im Bauchraum. Wir beschließen, jetzt mal die Blutwerte abzuwarten und dann ganz schnell die Lymphknoten zu entfernen. Es ist Freitag, also heißt es wieder warten: bis Montag.

Mein Dream-Team ❤

Am Montag sind die Blutwerte da. Kalzium hoch. Mist. Der Verdacht Krebs liegt nahe. Noch einmal ein Termin zum Ultraschall und da ist er! klar und deutlich zu sehen. Der Tumor im Bauchraum, ca. 2 cm im Duchmesser. Doch es kann sich hierbei nur um eine Metastase handeln. Also wo kommt er her. Milz, Leber … die Organe sind okay. Ist es die Prostata? Lange versuchen wir sie zu schallen. Der Ultraschallkopf erreicht die Region aber nicht. Die geschwollenen Lymphknoten in der Leiste versperren die Sicht. Paule muss ins MRT. Nur dann können wir sicher sagen, wo der Tumor herkommt und ob, bzw. wie weit er sich schon im Körper ausgebreitet hat. Die OP der Lymphknoten ist vom Tisch. Stattdessen bekommen wir einen Termin in der Tierklinik zum MRT – in einer Woche. Jetzt heißt es wieder warten.

Mit einem Gefühl der Resignation geh ich nachhause. Mache unterwegs mit Paule in einem Gebiet halt, in dem wir früher zusammen mit der Rettungshundestaffel trainiert haben. Paule weiß sofort wo wir sind und rennt los. Offensichtlich freut er sich und genießt es, dass wir beide mal wieder alleine unterwegs sind. Alleine – schießt es mir durch den Kopf. Wird er sich wohl bald alleine auf den Weg machen mein Paule? Ich setzte mich zu ihm ins Gras und lass meinen Tränen freien Lauf. Was soll ich nur tun?

Drei Freunde!

Ja, ich bin ein positiver Mensch. Ich weiß, sehe und fühle, dass Paule und wir viele großartige Dinge unternommen und erlebt haben. Langweilig ist und war es ihm mit uns nicht – und uns mit ihm auch nicht. Im Sommer wird er 11 Jahre alt. Das ist einfach zu früh für mich. Doch ist es das nicht immer? Niemand möchte sich von seinem vierbeinigen Freund verabschieden, egal ob mit 5 oder mit 15 Jahren. Es ist immer zu früh. Und so fällt es mir überaus schwer, die positiven Dinge in den Vordergrund zu rücken. Im Moment überwiegt die Angst, die Angst um den Verlust eines Freundes, eines Familienmitglieds, eines so wunderbar eigenwilligen Hundes, der mich x-mal um den Verstand und viele tausend Male zum Lachen bringt und der Herta, Micha und mir ein toller Kamerad ist. Pauli, mein erster eigener Hund, den ich von seiner achten Lebenswoche bis zur letzten Sekunde begleiten werde.

Paule und Herta in Holland

Dann kommt wieder die Kämpferin in mir durch – so schnell geben wir uns nicht geschlagen, während mein Kopf sagt, bleibt realistisch. Im ständigen Kampf zwischen Herz und Kopf werde ich mich wohl noch eine Weile bewegen. Abwägen, was zu tun und was zu lassen ist. Mein Herz ist schwer und hofft so sehr, auf noch ein paar schöne Wochen, vielleicht sogar Monate und ein kleines verrücktes Kerlchen in meinem Herz träumt von einem Wunder.

…eure Quasselstrippe mit Herta und Pauli ❤ 

 

Ein Kommentar zu „Kann bitte mal jemand den Schmerz wegmachen?

  1. Drück euch ganz, ganz fest die Daumen! Jetzt ist eine Diagnose da und man kann schauen, was man machen kann. So könnt ihr handeln und behandeln und – so schmerzhaft es jetzt auch klingen mag- eure Zeit miteinander noch ganz bewusst genießen, sollte man nicht mehr behandeln können. Drück dich!

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