Fritzle in the house

Da ist er also – unser Fritzle. Mit vollem Namen Nacho Fritzle von der frechen wilden Hummel, Rasse: Gos d’Atura (Katalanischer Hütehund). Der Dritte dieser Rasse, der bei uns einzieht und wieder jede Menge frischen Wind mit sich bringt. Einen Welpen in Corona-Zeiten ins Haus zu holen. Eine gewagte Angelegenheit. Aber der Entschluss ist nun mal gefallen, weit bevor Corona über unsere Leben hereinbrach und so wuselt Fritzle nun seit einer Woche durch unser Leben und stellt es auf charmante Welpenart auf den Kopf.

Fritzle in the house_4

Die Abholung bei der Züchterin, einer guten Freundin, von der wir auch schon die Herta haben, verlief schon sehr seltsam. Schnell rein, schnell raus. Futtersack mitnehmen, ein paar Unterschriften, Hund auf den Arm. Fertig. Schnell noch ein paar Infos ausgetauscht und die Reise kann losgehen. Unsere Heimfahrt dauert knapp 2 Stunden. Fritzle macht alles problemlos mit. Er und ich sitzen auf der Rückbank, weil von vorne die Sonne hereinscheint und das schwarze Fell von Fritzle sich superschnell aufheizt. Also sitzen wir hinten und Fritzle fühlt sich wohl. Eingemummelt in zahlreiche Decken – eine mit dem Geruch von Mama – und Handtücher – als Kotzschutz (was nicht nötig war) – verschläft unser Wuschel fast die komplette Fahrt.

Fritzle zieht ein

Ja, er bleibt

Zuhause angekommen geht es erst mal auf unser Gütle (Gartengrundstück) für eine erste Herta-Fritzle-Kontaktaufnahme. Das klappt auch erstaunlich gut. Herta ist interessiert, aber einmal schnüffeln reicht dann auch. „Ich hab ihn gesehen, er kann wieder gehen.“ Lautet ihre klare Botschaft. Dumm nur, dass das schwarze Fellknäuel mit nachhause fährt. Dort geht es dann zunächst in den Garten am Haus. „Wie jetzt, ist der immer noch da?“; Hertas bange Frage. „Ja, Schätzilein. Und er bleibt.“ Auch hier läuft alles reibungslos. Also ab damit ins Haus. Erst mal Schnüffeln und dann ESSEN!

Herta schmeckts nicht. War doch ein bisschen viel Aufregung. Fritzle hingegen frisst mit Wonne und pinkelt danach auch gleich mal in die Wohnung. Super. Das mit dem Pinkeln wird dann noch zur Herausforderung, denn so eine Pissnelke wie unseren Fritzle hatte ich noch nie im Haus. Aber dazu später mehr.

Auf der Couch ist es doch sooooooo gemütlich

Fritzle jedenfalls fühlt sich schnell wohl bei uns. Er zeigt sich wie erwartet cool und bereits recht selbstbewusst. Die Nacht schläft er direkt durch. Von 23 Uhr bis 7 Uhr am nächsten Morgen. Das ist schon mal wirklich cool. Das Herrchen meldet sich freiwillig, die ersten 14 Nächte zu übernehmen. Solange hat er Urlaub. Frauchen nimmt dankend an. Natürlich in Erwartung einiger kleiner und größeren Katastrophen. Und sie hat damit nicht weit gefehlt. Bereits nach der dritten Nacht erzählt mir das Herrchen freudestrahlend: Fritzle hat heute Nacht bei mir auf der Couch geschlafen. Herrchen hatte nämlich vergessen, die Tür der Hundebox zu schließen und schwupp, war der kleine Mann in das weiche Bettzeug von Herrchen gewickelt. Jaaaa, sehr angenehm. Hier schläft es sich gut.

Ich schlage am Morgen natürlich die Hände über dem Kopf zusammen. Um Himmels willen, du kannst froh sein, dass Fritzle nicht ins Bett gepinkelt hat. Fragende Blicke von Herrchen. Und die klare Ansage von mir. HEUTE NACHT SCHLÄFT FRITZLE WIEDER IN SEINEM BETT und die nächste Nacht auch, die nächste auch usw. Schweren Herzens lenkt Herrchen ein und die nächste Nacht in der Hundebox klappt auch wieder perfekt. Braves Fritzle 💖.

Fließende Gewässer

Dann sind wir natürlich den Tag über auf der Suche nach unserem Rhythmus. Was mich echt nervt ist die Fresserei: 4mal am Tag. Das werde ich so schnell wie möglich auf 3mal täglich umstellen. Ab Lebensmonat 3 ist das erlaubt. Puh, nur noch 2,5 Wochen. Dann weiter … wie bekomme ich das organisiert, dass der Kerl nicht in die Bude pinkelt? Noch alle meine Welpen habe ich in 2 Wochen stubenrein gehabt. Ob mir das bei Fritzle gelingt? Eher fraglich. Wir schaffen es einfach nicht, seine Signale richtig zu deuten. Gibt er überhaupt welche?

Nach dem Schlafen, Essen und Spielen geht es raus. Soweit logisch. Nur spielt der Kerl gerade noch in seinem Bällebad, da springt er raus und kackt davor. Schwupp und kack. So schnell kannst du nicht kucken. Oder nach dem Essen. Wie gewohnt geht es ab mit dem Kerl in den Garten. Doch dort ist sov iel zu entdecken, dass das Pinkeln einfach vergessen wird. Und wenn dann auch noch Herta dabei ist, dann ist „Herta ärgern“ viiiiiieeeeel besser. Gepinkelt wird zwar, aber nur kurz. Der Rest aus dem 100-Liter-Urin-Reservoir landet später schön verteilt in der Bude.

Fritzle pinkelt auch nicht nur auf einer Stelle. Neeeee, er läuft dabei einfach mal weiter und so bahnt sich das fließende Gewässer seine Bahn quer durch Diele oder Wohnzimmer. Was für ein Racker. Bis wir da einen Rhythmus reinbekommen vergehen Tage. Zwischendurch eskaliert die Situation und ich sehe mich nur noch mit dem Hund in den Garten rennen, drinnen Pisse wegwischen, um danach mehrmals täglich mit dem Dampfreiniger, den Geruch wegzudampfen. Heute an Tag 8 haben wir aber, glaube ich (die Hoffnung stirbt zuletzt), den Pinkel-Zenit überschritten. Zwischenzeitlich gibt es Wasser nur zum Essen oder nach dem Toben mit Herta. Ansonsten ist die Schüssel weg, denn der Kerl hat einfach nur zum Spaß getrunken, weil es eben so schön schlabbert. Und nach dem Essen geht es ohne Herta zum Pinkel, damit der Kessel leergepinkelt wird.

Gartenarbeit

Der Kirschlorbeer, der im Garten stand, ist mittlerweile auch gefällt, denn er stand gerade leider in voller Blüte und die Samen sind ja sehr giftig. Klaro, dass Fritzle sofort geschnallt hat, dass dieser Busch bei uns Aufregung auslöste. Also muss gerade dieser Busch was ganz Tolles sein. Also immer fröhlich und ungehemmt in die Blätter (und Blüten) beißen. Am besten mit einem fröhlichen Sprung in die Höhe. Und dann unter dem Busch verstecken, so dass mich die doofen Menschen nicht sehen oder nur schwer wieder darunter hervorpflücken können. Aber da hat das Fritzle die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Kirschlorbeer ist weg. Aufregung ist weg. Und auf einmal wird ausgepinkelt. Dauert halt manchmal bis Mensch die richtige Lösung findet.

Herta hat sich mittlerweile auch mit Fritzle arrangiert. Das ging recht schnell. Obwohl er echt rotzfrech zu ihr ist und ihre Maßregelung einfach nicht akzeptieren möchte. Sie kümmert sich um ihn mit einer Engelsgeduld. Nur mit der letzten Konsequenz hapert es bei ihr noch. Da muss ich zwischendurch nachhelfen. Zwischenzeitlich hat er damit begonnen seinen Frust an mir abzulassen. Ich bin sauer, also beiß ich einfach mal mit meinen spitzen Welpenzähnchen in den Unterarm meines Frauchens. Quietsch meinerseits. Scheißergal. Nochmal. Hejoh – geht’s noch? Einmal Schnauzengriff. Fertig. Denkste. Weiter geht die Attacke. Da hilft nur noch eins. Festhalten das Kerlchen, bis es ausgetobt hat. Bockig bis hysterisch windet er sich in meinen Armen und ist wirklich schwer festzuhalten, das flutschige Scheißerchen. Doch dann – aaahhhh – es entspannt sich. Jetzt kann ich loslassen. Die erste Lektion ist durch. Das Fritzle schüttelt sich und marschiert entspannt von dannen. Puh. Was für ein Racker.

Aber allmählich groovt sich alles ein. Den Pinkel-Rhythmus haben wir langsam raus und erkennen auch, wann schnelles Handeln angeraten ist, um Pfützen oder Haufen in der Wohnung zu vermeiden. Die eine oder andere Diskussion mit Herrchen inbegriffen, Männer sind halt manchmal einfach etwas schwerer von Begriff 😉. Aber im Großen und Ganzen läuft es gut bei uns. Seit Woche 3 übernehm ich die Nachtschicht, denn Herrchen muss wieder arbeiten. Ich allerdings auch – aber ich bin ja das Frauchen, die muss beides können. Ist doch logisch.

In diesem Sinne auf bald und liebe Grüße
Herta & Fritzle mit der Quasselstrippe 

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