Der Corona-Hund oder die Auswirkungen des Lockdown

Kontaktsperre während der Sozialisierungsphase. Gar nicht fein. Da bekommst du deinen Welpen mitten in der Corona-Zeit und hast keine Möglichkeit ihn mit anderen Welpen spielen zu lassen. Hund-Hund-Sozialisierung wird da schwierig. Zum Glück ist Fritzle nicht allein bei uns und kann sich zumindest mit der Herta austauschen. Aber das Raufen von Welpen und Junghunden untereinander, das Austesten der Zähnchen und wann es eben wehtut. All das fällt erstmal weg.

Die Sache mit den Zähnchen und der Beißhemmung hat uns daher schon mal ganz schön Arbeit gemacht. Ich habe es euch erzählt. Hinzukommt, dass die Herta sehr viel über sich ergehen lässt und erst mal ausgiebig jammert, bevor sie unmissverständlich das STOPP-Schild hochhält. Aber eigentlich hatten wir das Thema – trotz der miesen Voraussetzungen – schnell im Griff. Allerdings geht der junge Mann gerade direkt in die Trotzphase über. „NEIN, das will ich nicht“ und „FASS mich NICHT an!“ oder „ICH kann das ALLEIN!“ bieten uns gerade ausgiebige Diskussionsgrundlagen. Inklusive „ICH kann auch KNURREN.“

Ausflippen vs. Ruhe bewahren

Aber das schreckt uns nicht. Ich kann mich noch zu gut erinnern, wie die Herta sich auch im „FASS mich NICHT an!“ etc. übte. Die liebe Herta, ja die konnte das auch, inklusive Knurren. Von daher Ruhe bewahren, durchatmen und situationsangepasst agieren. Soll heißen, wenn dir Mensch gerade der Kamm schwillt, dann atme durch und handle erst, wenn sich dein Inneres beruhigt hat. Klappt das mit der inneren Ruhe nicht, dann lass es stecken. Abbuchen unter Fehlversuch, dem Ganzen nicht zu viel Gewicht beimessen und später noch einmal versuchen. Klingt abgeklärt. Ist es auch. Ich allerdings weniger. Manchmal schwillt mir der Kamm und ich flipp aus und motze in lautstark an. Aber auch das nimmt mir das Fritzle nicht übel – toller Kerl.

Endlich dürfen wir in die Hundeschule

Dabei ist Fritzle tatsächlich sehr gelehrig. Gibt auch erstaunlich schnell (für einen Gos – man muss das immer in rassespezifischer Relation sehen 😊) klein bei und lässt sich sehr gut lenken. Stress will er nicht – oder zumindest nicht lange. Doch zurück zum Corona-Hund und das ist schon ein Problem:

Seit drei Wochen gehen wir nun in die Hundeschule. Die ersten beiden Besuche dort haben dann das Dilemma an den Tag gebracht. Das coole Fritzle fürchtete sich vor den kleinsten Kollegen. Gut beim ersten Mal waren es gleichaltrige Aussi-Welpen, die noch dazu ziemlich stürmisch waren. Aber die haben Fritzle so beeindruckt, dass von seiner Rute lange Zeit nichts zu sehen war. Zudem kompensiert er jede Form von Unsicherheit mit Bellen. Gut, das macht die Herta auch und da haben wir das Ausschlusswort „Fertig“ und „Lass es“ antrainiert. „Lass es“ funktioniert bei Fritzle auch schon fast überall – nur nicht in der HuSchu. Da half nur kollektives Überzeugen, Beruhigen durch Festhalten, gemeinsames Füttern, den anderen Hund streicheln und damit interessant machen … und, und, und.

Beim Aussi-Welpen hat das funktioniert, beim West Highland-Terrier (ja ungelogen, vor dem hat Fritzle sich auch gefürchtet) hat es auch geklappt und bei der kleinen Pudeldame ebenfalls, als Fritzle dann endlich bemerkt: „Hey, Moment, wenn mich meine Nase nicht täuscht, dann ist das ein fesches Mädel.“ Da endlich … kam er dann doch durch, der spanische Macho 💗. Aber das war echte Überzeugungsarbeit, bis das aufgeregte Bellen endlich in interessiertes Beschnuppern und schließlich in befreites Rennen überging. Danke Corona. Die Prägephase ist nun fast durch, aber vielleicht haben wir es ja gerade noch erwischt.

Menschen sind toll – Kinder auch 😊

Überdeutlich wird der Corona-Hund auch auf den zweiten Blick, denn Fritzle freut sich echt über Menschen mehr als über andere Hunde. Selbst Kinder – und die hat er in der Lockdown-Zeit auch nur zwei- oder dreimal kennenlernen dürfen und das auch nur kurz – findet er toll. Einem kleinen Mädel in der Hundeschule (ihr gehört der Westi) läuft er gerne und interessiert hinterher (kein Einhüten – nicht das ihr das denkt.) Er findet sie oder vielleicht auch die guten Leckerlis in ihrer Tasche 😉 SUPER.

Auch auf Erwachsene, egal ob Mann oder Frau, geht Fritzle offen und schwanzwedelnd zu. Manchmal gruselt er sich ein bisschen und dann pinkelt er vor Freude und Aufregung während der Begrüßung. MERKE: In solchen Situationen besser nicht auf den Arm nehmen. Kommt ein anderer Hund, dann ist erst mal Rute unter den Bauch und bellen angesagt. Aber das bekommen wir auch noch hin. Da bin ich guter Dinge. Also denn, mal sehen, wie es beim nächsten Mal in der Hundeschule wird. Ich werde euch berichten…

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